Mehr Raum für Ideen: Ausschuss unterstützt Grünen-Antrag für ein Make-Lab in Diepholz

Wie wollen wir unsere Innenstadt in Zukunft nutzen? Und wo finden junge Menschen Räume, in denen sie nicht nur konsumieren, sondern selbst gestalten können?

Mit diesen Fragen hat sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in den vergangenen Wochen beschäftigt. Das Ergebnis: ein Antrag zur Prüfung eines sogenannten „Make-Labs“ für Diepholz. In der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Jugend und Bildung wurde der Prüfauftrag einstimmig unterstützt.

Die Idee dahinter ist einfach: Statt Leerstand nur zu verwalten, wollen wir neue Nutzungsmöglichkeiten denken. Statt immer neue Flächen auszuweisen, sollten wir vorhandene Räume stärker in den Blick nehmen. Und statt ausschließlich über die Zukunft des Einzelhandels zu sprechen, sollten wir darüber nachdenken, wie wieder mehr Leben in die Innenstadt kommen kann.

Ein Make-Lab könnte ein solcher Baustein sein.

Vorstellbar sind offene Werkstätten, kreative Räume, Bereiche für digitale Technologien, Bandräume, Ausstellungen oder gemeinschaftliche Projekte. Ein Ort, an dem Menschen Ideen entwickeln, Dinge ausprobieren und miteinander ins Gespräch kommen können.

Ein mögliches Make-Lab soll nicht für junge Menschen geplant werden, sondern gemeinsam mit ihnen.

Welche Räume tatsächlich gebraucht werden, welche Angebote sinnvoll sind und wie ein solcher Ort aussehen könnte, sollten diejenigen mitentscheiden, die ihn später nutzen. Ob Fahrradwerkstatt, Kreativraum, Gaming-Bereich, Musikraum, Podcast-Studio oder ganz andere Ideen – genau diese Fragen sollen Teil des weiteren Prozesses sein.

„Wir möchten keinen Raum entwerfen und anschließend hoffen, dass er genutzt wird. Wir möchten junge Menschen von Anfang an einbeziehen und gemeinsam herausfinden, was in Diepholz tatsächlich gebraucht wird.“

Ein Make-Lab muss dabei nicht vollständig von der Stadt betrieben werden. Gerade die Mischung aus Vereinen, engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Bildungseinrichtungen, Unternehmen und kommunaler Unterstützung könnte den besonderen Reiz eines solchen Ortes ausmachen. Die Aufgabe der Stadt wäre vor allem, die Rahmenbedingungen zu schaffen und mögliche Partner zusammenzubringen. Auch digitale Buchungssysteme, wie sie heute in Co-Working-Spaces üblich sind, könnten eine flexible Nutzung der Räume ermöglichen.

Das Make-Lab verstehen wir deshalb nicht als fertiges Konzept, sondern als einen offenen Entwicklungsprozess, bei dem Jugendliche und junge Erwachsene ihre Vorstellungen und Ideen aktiv einbringen können.

Ziel ist kein starres Angebot von oben, sondern ein Ort, der sich gemeinsam mit seinen Nutzerinnen und Nutzern entwickelt.

Für uns steckt dahinter jedoch noch mehr als ein einzelnes Projekt.

Wir erleben, dass sich Innenstädte verändern. Der Onlinehandel wächst, Leerstände nehmen zu und viele klassische Nutzungen verlieren an Bedeutung. Gleichzeitig suchen insbesondere junge Menschen nach Orten, an denen sie sich einbringen und ihre Stadt aktiv mitgestalten können.

Wir sind überzeugt: Eine lebendige Innenstadt entsteht nicht allein durch Geschäfte. Sie entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, kreativ werden und sich gerne aufhalten.

Deshalb soll die Verwaltung nun prüfen, welche Standorte grundsätzlich geeignet wären, welche Organisationsformen infrage kommen und welche Fördermöglichkeiten genutzt werden könnten. Eine Festlegung auf ein bestimmtes Gebäude gibt es dabei ausdrücklich nicht, auch wenn solche Gebäude, wie das OLB-Gebäude in der Fußgängerzone besonders attraktiv wirken, um solche Maßnahmen umzusetzen.

Besonders gefreut hat uns die breite Unterstützung im Ausschuss. Die einstimmige Zustimmung zeigt, dass die Idee parteiübergreifend als Chance verstanden wird, neue Wege für Innenstadtentwicklung, Jugendbeteiligung und gesellschaftliches Miteinander zu denken.

Wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Prüfung und freuen uns, dass diese Diskussion nun angestoßen wurde.

Eine Stadt lebt nicht nur von Gebäuden – sie lebt von den Menschen, die sie gestalten.

Redebeitrag Ausschuss Jugend & Bildung Bettina Kuhlmann

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