Bei Pizza und kühlen Getränken stellte die Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages Tanja Meyer in zwei Gesprächsrunden die Kandidierenden für den Diepholzer Stadtrat und Kandidatinnen und Kommunalpolitikerinnen von Bündnis 90/Die Grünen aus Rehden, Diepholz, Lemförde und Barnstorf vor.
Tanja Meyer ist Landtagsabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen, Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages und frauenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.
In ihrer Begrüßungsrede unterstrich Tanja Meyer, dass Niedersachsen seine Ziele zum Klimaschutz nicht aufweichen werde, sondern beispielhaft mit dem neuen Niedersächsischen Wassergesetz das Land zusätzlich auf die Folgen der Klimakrise vorbereitet. Klimaschutz hat in Niedersachsen Verfassungsrang. Die Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen.
Zudem erwarten die Menschen einen sozial gerechten Klimaschutz. Die zahlreichen Hitzetoten, die Dürre, die niedrigen Flusspegel und Waldbrände in diesem Jahr deuten die dramatischen Folgen an, die ein weiterer Klimawandel bringen wird.
Danach spricht Tanja Meyer mit den Kandidaten für den Stadtrat Diepholz.
Die Besuchenden konnten so im Coworking-Haus neben dem Rathaus auf kurzweilige Art Beweggründe, Motive, Ziele und die Kandidaten für den Stadtrat Diepholz kennenlernen und mit ihnen ins Gespräch kommen.
Jannis Dierkes erklärt, dass er bestimmte gesellschaftliche Tendenzen mit Sorge beobachte und „keinen Bock auf Rechtsruck“ hat. Kommunalpolitisch will er sich insbesondere für Stadtentwicklung, lokalen Klimaschutz und die Jugend in Diepholz einsetzen. Er will dabei die Jugend an Ratsentscheidungen beteiligen, da „diese Stimmen nicht vernachlässigt werden dürfen.“
Jannis Dierkes, Kandidat für den Stadtrat Diepholz (Listenplatz 2)
Joachim Strobel nervt das „Diepholz-Bashing“ und sagt, dass er mit seiner Familie aus freien Stücken nach Diepholz gezogen ist und Diepholz als lebenswerte Stadt wahrnimmt. Joachim erklärt: „Ich will mich nicht jeden Tag ärgern müssen, wenn ich etwas in der Zeitung lese, ich will versuchen, in der Kommunalpolitik mit meiner Erfahrung etwas zu bewegen.“
Joachim Strobel, Kandidat für den Stadtrat Diepholz (Listenplatz 3) und Kreistag (Listenplatz 6)
Michael Willnat sagt, dass er seit 55 Jahren Diepholzer ist und sich wünscht, „dass seine Enkel noch grüne Landschaften sehen können.“ Etwas gegen den Klimawandel tun und Klimaanpassung voranbringen sind seine Themen.
Michael Willnat, Kandidat für den Stadtrat Diepholz (Listenplatz 4)
Florian Willnat erläutert, dass seine bisherigen ehrenamtlichen Tätigkeiten dazu geführt haben, dass er den nächsten Schritt gehen möchte und für den Stadtrat, sowie den Kreistag kandidieren möchte. „Ich möchte will mich einbringen anstatt nur zu meckern, wie andere es machen“, sagt Florian
Florian Willnat, Kandidat für den Stadtrat Diepholz (Listenplatz 1) und Kreistag (Listenplatz 4)



„Frauen wollen und sollen bei allen Themen mitreden“
In der anschließenden Runde der Frauen, die für die Räte in den umliegenden (Samt-)Gemeinden kandidieren oder bereits kandidiert haben, konstatierten diese, dass es normal sein muss, dass Frauen Kommunalpolitik machen und alle Themen auch Frauenthemen sind. Zwei konkrete Forderungen waren das Ergebnis der Diskussion: Rats- und Ausschusssitzungen müssen tagsüber und nicht abends stattfinden. Weitere Voraussetzung ist, dass es auch für Care-Arbeit, die überwiegend von Frauen geleistet wird, eine angemessene Entschädigung geben muss.
Evelyn Lohaus erklärt, dass sie immer nur Männer in der Lokalzeitung sieht. „Wir Frauen müssen unsere Interessen selbst in die Hand nehmen“, sagt Evelyn. Sie möchte ihren Tochtern zeigen, dass es normal ist, als Frau auch Kommunalpolitik zu machen.
Evelyn Lohaus, Kandidatin für den Samtgemeinderat Rehden (Listenplatz 1) und Kreistag (Listenplatz 3)
Elke Oelmann erklärt, dass sie über die Friedenspolitik zur Politik gekommen ist. Frauen wollen und sollen aber bei allen Themen mitreden, nicht nur bei Pflege und Bildung. „Wie breit sind Fußwege, wie sind Parkplätze gestaltet, sind natürlich auch Frauenthemen“, so Elke. Sie erklärt: „Wir Frauen sind über 50 Prozent der Bevölkerung, deshalb sollten wie natürlich überall mitentscheiden.“
Elke Oelmann, Kandidatin für den Samtgemeinderat Barnstorf (Listenplatz 1)
Für Anke Dyx-Winter waren die Friedenspolitik und die Anti-Atom-Proteste Auslöser, politisch zu handeln. „Im Gemeinderat von Lembruch dominieren Männer. Da geht manches unter“, erklärt Anke. Sie kandidiert wieder, „weil Klima- und Naturschutz am Dümmer eine Stimme brauchen.“
Anke Dyx-Winter, Kandidatin für den Samtgemeinderat Lemförde (Listenplatz 3) und Kreistag (Listenplatz 2)
Dagmar Trümpler hat den Agenda 21-Prozess in Diepholz ehrenamtlich und beruflich von Anfang an mitgestaltet. Für sie war es der nächste Schritt auch für den Stadtrat zu kandidieren, um sich für Nachhaltigkeit einzusetzen. Ihre 10-jährige Ratsmitgliedschaft endet jetzt. Dagmar erklärt, dass Frauen in Kommunalparlamenten die Kommunikation in der Ratsarbeit verändern. „Bei Männern scheint es oft darum zu gehen, wer der Tollste ist.“
Dagmar Trümpler, Stadtratsmitglied des Stadtrates Diepholz


